09.10.2012

Fazit: Der richtige Internetzugang für Ihre Auslandsreise

Fazit: Der richtige Internetzugang für Ihre Auslandsreise

Datenroaming, öffentliche Hotspots, lokale SIM-Karte von einem Mobilfunkanbieters des Reiselandes und eigener UMTS-WLAN-Hotpot - lesen Sie hier die Vorteile und Nachteile der Methoden kurz zusammengefasst und finden Sie die für Sie beste Methode, um im Urlaub und auf Geschäftsreisen online zu gehen.

Bei hunderten möglichen Reiseländern mit jeweils mehreren Mobilfunknetzen und einer unüberschaubar großen Anzahl öffentlicher Hotspots bleibt die Lage kompliziert, und auch die Anforderungen sind verschieden: Drei Wochen im gleichen Hotel, jeden Tag woanders im gleichen Land, oder 10 Länder in 2 Wochen? Nur einmal kurz im Hotel den Wetterbericht ansehen? Doch ab und zu emailen, Fotos bei Facebook oder ein Video ins eigene Blog online stellen? Oder täglich mehrmals von überall Übersetzungen, Stadtpläne und Kulturinfos ansehen, ebooks laden, Konzerttickets im Internet kaufen, Flüge umbuchen und Kinotrailer anschauen? Falls Sie sofort zum Fazit gesprungen sind, rate ich Ihnen dringend dazu, vor einer Entscheidung noch einmal die Details der von Ihnen bevorzugten Methode zu lesen: Datenroaming, öffentlicher Hotspot oder lokale SIM-Karte (ggf. mit eigenem mobilen Hotspot).

Für Minimal-Anforderungen: Hotel-PC

Wenn Sie nur ganz selten mal irgendwas im Internet nachschlagen möchten und nicht im Zelt oder Wohnmobil, sondern in einem Hotel übernachten, ist es am einfachsten, an der Rezeption zu fragen. Das Personal kann Infos für Sie heraussuchen. Oft gibt es einen oder zwei öffentliche PCs, an denen Sie auch selber online gehen können. Gehobene Hotels haben für umfangreichere Internet-Nutzung meist ein Business-Center mit vernünftig gesicherten PCs, auf denen keine eigene Software installiert werden kann und nach jeder Nutzung alle Daten gelöscht werden (verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht, wenn es wirklich darauf ankommt. Dann lieber eigene Technik mitbringen).

Datenroaming: Für ganz geringe Datenmengen oder täglich andere Länder

Wenn Sie mit Ihrem Smartphone statt Geräten mit größerem Bildschirm und geringer Datenmenge auskommen, nur ein paar E-Mails ohne Fotos oder Präsentationen, bleibt das Datenroaming für Sie interessant. Für ein paar Megabyte ist es bezahlbar, es ist fast überall sofort verfügbar und Sie müssen nichts weiter dazukaufen. Wenn Sie privat eine Reise rund um die ganze Welt machen und sehr viele Länder in wenigen Tagen besuchen, ist Datenroaming das einfachste (alles andere wird kompliziert, umständlich und in diesem Spezialfall ebenfalls teuer). Nutzen Sie Ihr Smartphone vorsichtig, schließen Sie vor der Reise alle unnötigen Apps und schalten Sie die Synchronisation für Podcasts, Musik und Videos aus.

Denken Sie daran: Trotz der neuen EU-Tarifen bleibt Datenroaming auch innerhalb der EU teuer, die 60-Euro-Kostenbremse ist in manchen Fällen nicht aktiv und wenn Sie nicht sehr gut aufpassen, haben Sie insbesondere außerhalb der EU (z.B. USA oder Türkei) schnell mehrere hundert Euro auf der Rechnung. Behalten Sie die übertragene Datenmenge im Auge, lesen Sie gut das Kleingedruckte Ihrer Mobilfunkgebühren für Internet im Ausland und vergewissern Sie sich, ob Ihr Mobilfunkanbieter für die von Ihnen besuchten Länder eine Kostenbremse oder zumindest eine Kostenwarnung per SMS übermittelt.

Blackberries im Firmennetzwerk  sind optimal für weltweite Geschäftsreisen mit Roaming. Die übertragene Datenmenge ist dank dem Blackberry-Enterprise-Server (der immer automatisch Ihre Mails, Termine und Kontakte mit Outlook abgleicht) wesentlich niedriger als bei anderen Smartphones. Wo andere Systeme 100 MB E-Mail-Daten empfangen, kommt der Blackberry oft mit 5 MB aus. Er lädt immer nur die Teile des Textes und der Anhänge nach, die Sie gerade anschauen (wenn Sie von Seite 20 einer PDF-Datei auf Seite 50 springen, lädt er Seite 21 bis 49 nicht mit). Seien Sie aber auch hier vorsichtig mit dem kompletten Laden/Senden großer Anhänge, dem intensiven Surfen, Straßenkarten, Musik und Videos.

Hotspot: Für einfache Anforderungen bei denen Sicherheit unwichtig ist und es reicht, wenn Sie nicht überall online gehen können

Wenn Sie sich vor hohen Kosten schützen möchten und das Internet nicht überall beim Stadtbummel und im Zug, sondern nur am Flughafen und im Hotelzimmer brauchen, können öffentliche Hotspots (z.B. WLAN-Hotspots im Hotel) helfen. Die bergen allerdings sehr hohe Sicherheitsrisiken, vor denen Sie sich kaum schützen können. Sie sollten bei einer Internetverbindung über öffentliche Hotspots keine Kreditkarten- oder Kontonummern, keine persönlichen Daten und keine wichtigen Kennwörter eingeben (auch dann nicht wenn Sie glauben, dass die Verbindung verschlüsselt wäre ? Details siehe hier). Rechnen Sie damit, das auf Ihren Geräten installierte Programme/Apps ggf. vertrauliche Daten und Passwörter ungeschützt senden, so dass Hacker an öffentlichen Hotspots mitlesen können.

Falls Sie hingegen ein zweites Smartphone oder Netbook haben, auf dem keine zusätzlichen Programme/Apps installiert sind, hätten Sie diesen Punkt gelöst. Wenn Sie jetzt wirklich nur die Tageszeitung, das Kinoprogramm, Restaurant-Adressen und Bahnverbindungen recherchieren, kann nicht viel passieren. Informieren Sie sich vor der Abreise (z.B. auf tripadvisor, der Hotelwebseite oder telefonisch im Hotel) über die Verfügbarkeit und Preise für öffentliche Hotspots vor Ort (häufig im Zimmerpreis inbegriffen oder ca. 10-20 Euro pro Tag).

Lokale SIM-Karten - meist die beste Lösung für sicheres, schneller, preisgünstiges Internet im Urlaub und auf Geschäftsreisen

Viel sicherer, meist schneller und auch beim Stadtbummeln/Mietwagenfahrten quer durchs Reiseland fast überall verfügbar ist Internet über Prepaid-SIM-Karten eines lokalen Mobilfunkanbieters. Oft dürfen Sie für 20 Euro einen Monat lang online gehen und bis zu 1GB herunterladen. So können Sie in Ruhe Stadtpläne nutzen, Konzertkarten bestellen, einen Kinotrailer online ansehen und sogar einige Fotos nach Hause mailen (bitte vorher komprimieren oder die schönsten auswählen, wenn Sie mit einer 16 MPixel-Kamera gleich hunderte Bilder gemacht haben, sonst sprengen Sie doch das Gigabyte). Wenn Sie die lokale SIM-Karte einmal mit ca. 15-45 Minuten Zeitaufwand gekauft und das mobile Internet aktiviert haben, geht das künftige Aufladen schnell und einfach und Sie sind mit der Karte in diesem Land künftig immer so gut wie sofort online. In vielen Fällen reicht es, die Karte einmal im Jahr aufzuladen, um bei der nächste Reise sofort starten zu können (ohne eine neue zu kaufen).

Damit Sie trotzdem unter Ihrer normalen Handynummer erreichbar sind (egal ob für Anrufe oder nur SMS), ggf. günstige Telefontarife Ihres Heimatanbieters für Telefonate nach Hause nutzen können und gleich mehrere Geräte mit einer Karte online bringen, kaufen Sie einmal einen mobilen UMTS-WLAN-Hotspot dazu. Der funktioniert für so gut wie alle Länder und Netze (und hilft übrigens auch, wenn Sie mit einer SIM-Karte mehrere Geräte im Heimatland oder unterwegs per Datenroaming online bringen möchten).

 

Im ersten Moment klingt das kompliziert, aber selbst wenn Sie nur in einem anderen Land für zwei Wochen Urlaub viel und überall online gehen wollen, haben sich sowohl der einmalige Zeitaufwand für Kauf und Konfiguration der lokalen SIM-Karte als auch die 80 Euro für das Gerät gegenüber Datenroaming oder kostenpflichtigen öffentlichen Hotspots schnell rentiert. Im Gegensatz zu öffentlichen Hotspots ist Ihr eigener mobiler Hotspot auch viel sicherer (sofern Sie WPA2 aktivieren und ein eigenes Passwort wählen das Sie anders als bei öffentlichen Hotspots nicht an andere Reisende außer Kollegen und Familienmitglieder weitergeben).

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