03.09.2014

Endliche eine (kleine) Smartphone-Revolution: Samsung Galaxy Note 4 gerade auf der IFA vorgestellt

Samsung Galaxy Note 4 - erster Eindruck

In den letzten Jahren gab es wenig neues im Smartphone-Markt: Wieder etwas schneller, wieder mehr Pixel auf dem Bildschirm, wieder mehr Marketing-Hype um Dinge die niemand braucht und meist bei der Benutzung nichtmal bemerkt. Ein Galaxy SIII ist für fast alle Nutzer genauso praktisch wie ein S5. Wer auf Siri verzichten kann kommt sogar ohne iPhone 4s aus, Bildschirm + Kamera + Geschwindigkeit des iPhone 4 sorgen dafür das es sich im Alltag ebenso gut schlägt wie die Nachfolger, sofern man den Speicher nicht mit zu viel Videos und Musik überfüllt hat.

 

Erste Fakten über das Note 4

Für Sie die aus meiner Sicht wichtigsten Fakten der über einstündigen Präsentation und den ersten paar Minuten hands-on zusammengefasst:

Größe:
Wie der Vorgänger hat es einen 5,7" Bildschirm, in etwa die Abmessungen des Note 3 (15cm x 8cm) und ist geringfügig dicker + schwerer  (8,5mm, 176 g).

 

S-Pen-Stift:

Dazu gibt es den S-Pen Eingabestift, der jetzt doppelt so druckempfindlich ist wie vorher, besser aus verschiedenen Winkeln zu benutzen ist und das Gerät zusammen mit verbesserter Software + noch schnelleren Prozessoren jetzt so genial macht.

Das Note 3 konnte bereits Handschrift in Text umwandeln, aber ich musste mein Schreibtempo etwas zügeln. Das Note 4 erkennt jetzt wirklich meine Schrift. Dort wo sonst die Bildschirmtastatur ist gibt es eine Eingabezeile, in der ich in vernünftigem Tempo schreiben kann. Die Erkennung ist so gut, das es wirklich funktioniert. Weit besser als jede Touchscreen-Tastatur und zum ersten Mal sogar angenehmer und schneller als die echten Tasten eines Blackberry. Ein kurzer Test hat mich beeindruckt (jetzt müssen ein paar Wochen Dauereinsatz zeigen, ob das ganze so revolutionär ist wie ich annehme).

Die Multi-Window-Funktion wurde verbessert, so dass Sie den großen Bildschirm bequem zweiteilen können um sich in einer App zu notieren was Sie in der anderen sehen. Gabs vorher schon ähnlich, aber erst jetzt ist das einfach, schnell und praktikabel geworden - mit einem klobigen Finger der das halbe Bild versperrt macht das natürlich keinen Spaß, mit dem S-Pen schon.

Smart Select:

Ziehen Sie mit dem S-Pen einfach über einen Bildschirmbereich, lassen Sie wieder los und - zack - wandert ein Bild bzw. editierbarer Text (je nach Quelle) in eine Zwischenablage, in der Sie mehrere Inhalte sammeln und dann auf einmal in eine E-Mail oder OneNote einfügen können. Ich weiß, das das trivial klingt - aber wenn Sie das einmal erlebt haben, wissen Sie: Endlich kann man mit so einem kleinen Gerät schnell und produktiv arbeiten sowie Zeilen aus E-Mails und Inhalte zwischen Anwendungen übertragen.

Kamera:

Neben noch mehr Auflösung, einem "Wide selfie Mode" (Panorama-Funktion für die Frontkamera) und anderen Spielerein hat die Kamera jetzt einenoptischen Bildstabilisator bekommen: Den hat bereits mein Sonycamcorder: er lässt Videos deutlich ruhiger wirken und Fotos schärfer, heller + weniger verwackelt (die Linse ist beweglich gelagert, so dass das Gerät kleine Ruckler ausgleichen und die anderen Bildparameter dadurch verbessern kann). 

Warum ist das so genial und wann kommt es auf den Markt?

Die Summe der Verbesserungen bei S-Pen, Kamera und Bedienungsdetails sorgen dafür, das das Note 4 ein echter Notizbuchersatz werden kann - das, worauf ich seit den ersten Palm Pilots warte. Wirklich bedienbar per Handschrift. Ein wirklich mobiles Büro. Ein echter Papier-Ersatz. Das ist das erste Mal, das die mobile Technik mir dafür ausgereift erscheint.
Leider müssen wir auf den Marktstart bis Oktober warten - dann werden wochenlange Praxistests mit den Seriengeräten zeigen, ob es wirklich das hält, was ich mir nach dem ersten Eindruck davon verspreche.

Hier eine Zusammenfassung weiterer Neuerungen:

Das Note 4 hat drei Mikrofone, so dass angeblich Umgebungsgeräusche noch besser unterdrückt werden sollen als vorher - und Sie bei Sprachaufnahmen für einzelne Sprecher am Tisch das jeweilige Mikro fokussieren können, während Hintergrundgeräusche aus anderen Richtungen reduziert werden.

Der Akku hält angeblich noch länger. Und er soll in 30 Minuten von Null bis zur Hälfte geladen sein - praktisch. Das Gerät kommt mit 32 GB Speicher, eine Micro-SD-Card können Sie jetzt einlegen/wechseln ohne dabei den Akku herausnehmen zu müssen.

Als Zubehör gibt es schickes glitzerndes Rückenteil von Swarovski, edle Lederhüllen von Mountblanc und zwei elektronische Eingabestifte von Mountblanc, die gutaussehenden Kugelschreibern ähneln und offenbar wie der S-Pen funktionieren.

Der Bildschirm hat jetzt eine noch höhere Auflösung (QuadHD SuperAMOLED). Gähn! Der vorher war schon brilliant. Er ist quasi völlig Blickwinkel-unabhängig und hat deutlich knackigere Farben: Wenn Sie wissen, was Adobe RGB ist: Er deckt fast diesen gesamten Farbraum ab (zu deutsch: er kann noch mehr und schönere Farben mit besseren Kontrasten darstellen als andere Smartphones).

Bildschirm, VR-Brille (Gear VR), Smartwatch (Gear S) und Note 4 edge mit Seitenbildschirm

Die neue Auflösung wird für das Zubehör Gear VR wichtig: Eine virtual-reality-Brille, in die Sie das Note 4 als Bildschirm stecken. Ein Bewegungssensor erfasst Ihre Kopfbewegungen, und Sie können sich quasi im Raum drehen - das Bild folgt sofort. Angeblich funktioniert dieses Konzept mit anderen Smartphones nicht, weil Bildschirme mit anderer Technik dafür zu langsam sind und es mindestens QuadHD-Auflösung braucht, um dem Auge die passende Illusion zu vermitteln. Ob das mit anderen (zur Zeit erhältlichen) Smartphones wirklich nicht  geht, bleibt abzuwarten. Ich hoffe das "Gear VR" relativ preisgünstig wird, da ja kein Bildschirm nötig ist sondern man einfach das Note 4 reinlegt. Und bin gespannt, ob man damit im Hotelzimmer wie auf einem großen Monitor arbeiten / im Flieger bequem einen Kinofilm sehen kann der dann wirkt wie auf einer großen Leinwand.

Das Note Edge ist eine Variante des Note 4, die einen um die Geräteseite gebogenen Bildschirmteil enthält. So können Sie im Vollbild und/oder bei ausgeschaltetem Hauptbildschirm zusätzliche Infos sehen. Klingt eher wie Spielerei, könnte aber auch zu angenehmerem Arbeiten führen.

Ausserdem gab es die Galaxy Gear S zu sehen, eine neue Smartwatch. Die ergänzt das Telefon per Bluetooth, funktioniert dank eigener SIM-Karte und WLAN aber auch ohne extra Telefon und ist quasi ein eigenes Mobiltelefon. Die Uhr hat ein 2"-Display (5 cm Diagonale), das gebogen ist um sich angenehm ums Handgelenk zu legen. Auch gibt es eigene Apps (z.B. Wetter, Navigation, neueste Mails) für die Uhr. Also eine Verbesserung des bestehenden Smartwatch-Konzeptes. Man kann das große Telefon zu Hause lassen, wenn man nur die Navigationsfunktion braucht, einen Termin nachschlagen oder mal einen Anruf tätigen will. Während eine große schweizer Analoguhr edel aussieht, finde ich die Gear S klobig. Zwar nicht so hässlich wie viele andere Smartwatches, aber klobig. Auch frage ich mich, wie lange das Gerät wohl durchhält bis es geladen werden muss... Ich denke hier müssen noch ein paar Monate/Jahre vergehen, bis Smartwatches wirklich interessant werden.  

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